Die Finanzierung der energetischen Gebäudemodernisierung

FEIRE – Financial Ecological Investments in Real Estate

Das Verbundprojekt „Finanzierung der energetischen Gebäudemodernisierung“ (FEIRE) hat zum Ziel, auf Basis einer neu geschaffenen Datengrundlage der Emissionseinsparpotenziale von Gebäuden und finanziellen Einsparpotenziale für Eigentümer:innen oder Mieter:innen gezielte Maßnahmenvorschläge und Handlungsoptionen zur Förderung der energetischen Gebäudemodernisierung zu identifizieren. Es besteht aus drei Teilprojekten.

Teilprojekt 1: Messung von finanzierungsbedingten Investitionshemmnissen

Das erste Teilprojekt fokussiert sich auf die Messung von finanzierungsbedingten Investitionshemmnissen durch ökonometrische Analysen.

Teilprojekt 2: Politikanalyse und Berücksichtigung zukünftiger Entwicklungen von Energie- und Emissionskosten

Das zweite Teilprojekt nutzt diese Erkenntnisse zur Kalibrierung eines ökonomischen Investitions-Modells für die Politikanalyse unter Berücksichtigung zukünftiger Entwicklungen von Energie- und Emissionskosten.

Teilprojekt 3: Gebäudeeigentümer und Immobilienmarkt

Das dritte Teilprojekt liefert den Datenzugang zu über 900.000 Mitgliedern der potenziellen Zielgruppe und die abschließende Dissemination der Ergebnisse.

Dipl.-Pol. Matthias zu Eicken

Publikationen von FEIRE

Höhe und Verteilung der gesellschaftlichen Kosten heizbedingter Emissionen

Der vorliegende Bericht quantifiziert die gesellschaftlichen Kosten des gegenwärtigen Heizsystems an-hand der damit verbundenen CO2- Emissionen im deutschen Wohngebäudesektor, der zu einem großen Teil (ca. 75%, DESTATIS (2019)) dezentral mit fossilen Energieträgern beheizt wird. Die gesellschaftlichen Kosten lassen sich transparent anhand der jährlich anfallenden CO2-Kosten aller Haushalte in einem Sze-nario bewerten, in dem die heizbedingten Emissionen über die Jahre gleich bleiben und ein volkswirtschaftlich optimaler CO2-Preispfad angenommen wird, der die Erreichung der europäischen Klimaziele sicherstellt (Pietzcker, et al., 2021). Dieser Preispfad gibt an, zu welchen Kosten weitere CO2-Emissionen vermieden werden müssten, wenn die Emissionsvermeidung im Wohngebäudesektors ausbliebe und sie daher in einem anderen Sektor stattfinden müsste. Das Ergebnis der Bewertung beläuft sich – unter Annahme eines gegenüber 2018 unveränderten Heizverhaltens der Haushalte – zwischen 2023 und 2045 auf ca. 580 Mrd. EUR. Bezogen auf die Wohnraumfläche betragen die kapitalisierten Kosten in diesem Zeitraum 148 EUR pro Haushalt und m² bei einer Standardabweichung von 124 EUR pro Quadratmeter Wohnfläche. Diese hohe Standardabweichung reflektiert das Ausmaß der Heterogenität im Energiebedarf deutscher Wohngebäude. Das Ergebnis kann als Richtwert dienen, um kosteneffiziente Maßnahmen zur Vermeidung von CO2-Emissionen im Wohngebäudesektor zu identifizieren. Unsere Ergebnisse schätzen jedoch auch ab, ab welchem Investitionsbedarf eine energetische Modernisierung tendenziell nicht sinnvoll ist, weil es günstiger wäre, die Emissionseinsparungen außerhalb des Gebäudesektors oder zu einem späteren Zeitpunkt im Gebäudesektor zu realisieren.

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