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Offene Fragen der Transformation: Perspektiven des SFCP-Roundtables

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Im Rahmen des SFCP-Roundtables kamen am 16. September 2025 Vertreter:innen aus Wissenschaft, Finanzwirtschaft und Praxis zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Perspektiven nachhaltiger Finanzmärkte zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere die Weiterentwicklung von CO₂-Märkten, Fragen der regulatorischen Ausgestaltung sowie die Rolle von Nachhaltigkeitsberichterstattung als Steuerungsinstrument.

Ausgehend von Impulsen zur möglichen Ausgestaltung einer „CO₂-Zentralbank“ wurde intensiv über die Funktionsweise und Grenzen bestehender Marktmechanismen wie des EU-Emissionshandels diskutiert. Dabei zeigte sich ein Spannungsfeld zwischen marktbasierter Steuerung, politisch gesetzten Preispfaden und der Notwendigkeit eines einheitlichen europäischen Rahmens zur Vermeidung von Fragmentierung und Arbitrage.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Transformationspfade und Nachhaltigkeitsleistungen messbar und vergleichbar gemacht werden können. Die Diskussion verdeutlichte, dass bestehende Ansätze – etwa im Bereich der Materialitätsanalyse – häufig mit Unsicherheiten, hohem Aufwand und mangelnder Vergleichbarkeit verbunden sind. Einheitliche Indikatoren, klare Zielsysteme sowie eine stärkere Fokussierung auf entscheidungsrelevante Kennzahlen wurden als zentrale Ansatzpunkte identifiziert.

Auch die Wirksamkeit und Akzeptanz nachhaltiger Finanzinstrumente wurde kritisch beleuchtet. Neben wachsender Unsicherheit durch regulatorische Entwicklungen wurde insbesondere auf Herausforderungen bei der Preisbildung (z. B. „Greenium“) und der tatsächlichen Lenkungswirkung auf den Kapitalmarkt hingewiesen. Gleichzeitig wurde betont, dass Investoren weiterhin ein starkes Interesse an entscheidungsrelevanten Nachhaltigkeitsinformationen haben – insbesondere im Hinblick auf Risiken und Zukunftsfähigkeit von Geschäftsmodellen.

Übergreifend wurde deutlich, dass sowohl regulatorische als auch marktbasierte Ansätze stärker auf ihre tatsächliche Wirkung hin überprüft werden müssen. Zentrale Fragen betreffen dabei unter anderem die Balance zwischen Anreizen und Verpflichtungen („carrots vs. sticks“), die Rolle von Verhaltensökonomie sowie die Notwendigkeit empirischer Evidenz zur Bewertung von Maßnahmen und Instrumenten.

Der Roundtable machte deutlich, dass für eine wirksame Transformation nicht nur neue Instrumente und Standards erforderlich sind, sondern auch ein besseres Verständnis von Wirkungszusammenhängen, klar definierte Zielsysteme und eine stärkere Fokussierung auf wenige, aber aussagekräftige Kennzahlen.

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